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7.11.2020: Skispringer Baer hat Heim-WM im Blick

von Ewald Scheitterer

Skispringer Moritz Baer von den SF Gmund-Dürnbach will sich im kommenden Winter für die Heim-WM in Oberstdorf empfehlen.

Gmund – In Sachen Wintersport ist Moritz Baer im erfolgsverwöhnten bayerischen Oberland eher ein Exot. Der 23-Jährige, der aus Lenggries stammt, für die SF Gmund-Dürnbach an den Start geht und mittlerweile in Berchtesgaden wohnt, ist nämlich Skispringer. Dabei kam er mittlerweile auf 14 Starts im Skisprung-Weltcup und durfte auch bereits zweimal an der Vierschanzen-Tournee teilnehmen. Die Heimatzeitung sprach mit Baer über den derzeitigen Stand, vor allem im Hinblick auf die WM, die im Februar 2021 in Oberstdorf stattfinden soll.

Wie läuft derzeit unter Corona-Bedingungen die Vorbereitung auf die Wettkampf-Saison 2020/21?

Auch wenn die Zahl der Wettkämpfe coronabedingt sehr ausgedünnt ist, kann man eigentlich nicht von Saison-Vorbereitungs-Training sprechen, wir befinden uns eigentlich bereits wieder voll im Wettkampf-Modus. Vor allem im Hinblick auf die Skiflug-WM, die heuer im Dezember in Planica stattfinden soll, und dann auch die nordische Heim-WM im Februar 2021 in Oberstdorf. So habe ich jüngst erst zwei Grand Prix-Springen auf der Mattenschanze in Wisla (Polen) absolviert.

Wie ist aktuell Ihre Stellung in der Sprung-Nationalmannschaft?

In der Fußball-Sprache ausgedrückt, springe ich derzeit hauptsächlich in der zweiten Liga mit der deutschen Mannschaft im Continental-Cup, aber immer wieder auch mit Einsätzen im Weltcup. Da ist der Übergang irgendwie fließend und hängt vom jeweiligen Leistungsstand ab. In den beiden Springen in Wisla lief es am Samstag ziemlich gut, als ich zwei gute Sprünge abliefern konnte. Damit landete ich auf Rang zehn – das war echt cool. Am Sonntag dann ging’s freilich nicht ganz so gut, und es sprang nur der 26. Platz für mich heraus.

Wie kommt man eigentlich als Oberlandler zum Skispringen?

Ursprünglich bin ich ja auch beim SV Wackersberg-Arzbach alpin gefahren. Doch schon damals war ich ein ziemlicher Haring. Wenn man relativ dünn ist, hat man zwischen den Torstangen eigentlich keine Chance gegen die Masse, die die Konkurrenz aufbieten kann. Heute wiege ich bei einer Körpergröße von knapp 1,70 Meter knapp 60 Kilo. Da man mit wenig Gewicht einfach leichter weit fliegen kann, ist das Skispringen die ideale Wintersportart für mich.

Wie kommt man dann als Isarwinkler gerade zur SF Gmund-Dürnbach?

Das lag in erster Linie am Schorsch Hoffmann, der dort immer wieder aus der Tradition heraus eine Sprung-Mannschaft aufbauen wollte. Als ich zu ihm kam, war ich sozusagen sein letzter Versuch. Wir sind dann oft nach Wörgl gefahren, wo es einige gute Jugendschanzen gibt. Mit 14 kam ich dann nach Berchtesgaden ans Christophorus-Skigymnasium, wo dann Stützpunkt-Trainer Christian Leitner in Sachen Skisprung mein Ziehvater wurde.

Und wie sieht es beruflich bei Ihnen aus? Ich bin mittlerweile seit fünf Jahren bei der Sportförder-Gruppe der Bayerischen Landespolizei. Auch habe ich dort nun meine Ausbildung abgeschlossen und darf mich Polizeimeister nennen. Allerdings bin ich aktuell vom normalen Polizeidienst freigestellt.